4.0 Zusammenarbeit mit den Eltern

Der Kindergarten arbeitet Familien ergänzend und unterstützt die Partnerschaft von Eltern und pädagogischem Personal in Erziehung, Bildung und Betreuung der Kinder. Ausschlaggebend dafür ist gegenseitiges Vertrauen und das Verknüpfen von Familie und Kindergarten als idealem Lebensraum fürs Kind.

4.1 Übergänge

Als "Übergänge" bezeichnen wir die Phasen im Leben eines Menschen in denen er aus einem vertrauten Zustand in einen neuen unbekannten Zustand überwechselt. Dabei stellt die Phase zwischen den beiden Zuständen, also die Phase in welcher der Mensch dem alten Zustand nicht mehr und dem neuen Zustand noch nicht angehört, die eigentliche Übergangssituation dar. Der Übergang von zuhause in den Kiga und vom Kiga zur Schule, gehören zu den bedeutsamsten Übergängen, die Kinder und ihre Familien zu bewältigen haben.

Eintritt in den Kiga

 Das Aufnahmegespräch: Das Aufnahmegespräch hat zum Ziel, die Eltern auf den Übergang vorzubereiten und diesen Übergang so individuell wie möglich zu gestalten. Die Eltern werden informiert, wie die Eingewöhnungsphase in unserer Einrichtung gestaltet wird. Nicht nur die Eltern bereiten sich und ihr Kind auf den Kindergarten vor, auch der Kindergarten freut sich auf das neue Kind und trifft entsprechende Vorbereitungen. Wir veranstalten eine ganze Woche lang Schnuppervormittage, an denen die neuen Eltern mit ihrem Kind in unsere Räume kommen, und wo sie die Möglichkeit haben, sich mit uns zu unterhalten und ihr Kind beim Spielen zu begleiten. Unsere bestehende Kindergruppe haben wir schon vorbereitet und alle Kinder freuen sich auf die neuen "kleinen" Kinder.

Die Eingewöhnungsphase: Wir freuen uns auf Ihr Kind und bedanken uns für das Vertrauen, das Sie in uns setzen, indem Sie uns Ihr Kind anvertrauen. Nehmen Sie sich für die Eingewöhnungsphase Ihres Kindes mindestens zwei Wochen Zeit. An den ersten Tagen begleiten Sie bitte Ihr Kind durch den Kiga-Alltag. Ihr Kind wird von Ihrer sicheren Basis aus die Umgebung und Bedingungen im Raum erforschen. Nach dem dritten oder vierten Tag halten Sie sich bitte mehr im Hintergrund. Besprechen Sie dies dann genauer mit der Erzieherin, die ihr Kind eingewöhnt. Wenn Sie aus dem Zimmer gehen, verabschieden Sie sich bitte von ihrem Kind. Bitte stellen Sie uns alle Fragen die Ihnen wichtig sind, damit Sie und Ihr Kind sich wohl fühlen können. Auch wenn Sie verunsichert sind, bitten wir Sie darum, dieses Verunsichertsein Ihrem Kind nicht zu vermitteln. Ihr Kind braucht Ihre Sicherheit, um den Schritt auf uns zu leichter zu machen. Die Eingewöhnung ist Teil unserer Konzeption und wird von allen Kolleginnen mitgetragen.

Austritt aus dem Kiga: Eine Erzieherin lässt sich immer wieder neu auf ein Kind ein und baut über eine längere Zeit eine Beziehung zu ihm auf. Sie begleitet das Kind auf einem Stück seines Entwicklungswegs, sie kennt seine Sorgen und Nöte. Nun verlässt dieses Kind den Kindergarten. Abschiede können schmerzhaft sein, auch diese anstrengende, emotionale Arbeit gehört zu unserem Beruf. Erzieherinnen gehen diesen Weg oft alleine, das muss aber nicht sein. Sicher gibt es Eltern, die genau wissen, wie schmerzhaft Abschiede sein können. Ein emotionaler Austausch mit den Eltern ist sicher ein wichtiger Aspekt der Erziehungspartnerschaft. Mit einem kleinen Abschiedsfest nur für die Vorschulkinder endet das Kindergartenjahr. Die Eltern bekommen an dem Tag die von den Kindern selbst gebastelten Schultüten mit, und wir machen ein Erinnerungsfoto für alle anwesenden Kinder. Abschied erfordert viel Gefühl: "Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde." (Hermann Hesse)

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Alexandra Papanikolau aus dem griech. Staatsdienst stammende, erfahrene  Erzieherin (im Bild  ganz links) und die Gruppenleiterin Maria Mistakidou (im Bild ganz rechts) verabschieden sich von ihren behüteten Kindern aus der Vorschulgruppe.

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4.2 Gespräche mit den Eltern

Tür- und Angelgespräche: Bei uns haben die so genannten Tür- und Angelgespräche eine positive Bedeutung. In einem Tür- und Angelgespräch begegnen sich Eltern und Erzieherinnen sozusagen zwischen Tür und Angel beim Bringen und Abholen der Kinder.      So kurz diese Zeit auch bemessen sein mag, sollte ein Austausch über Begebenheiten, Beobachtungen, Erlebnisse und Pläne stattfinden, die sich auf beiden Seiten vor Öffnen der Kiga-Tür abgespielt haben. An der Türschwelle zu uns werden Neuigkeiten ausgetauscht und beide Seiten gehen mit einem sicheren,  guten Gefühl wieder auseinander.

Entwicklungsgespräche: In einem Entwicklungsgespräch geht es ausschließlich um die Entwicklung des Kindes. Zur Frage wie häufig Entwicklungsgespräche zu führen sind, gibt es unterschiedliche Meinungen. Wir empfehlen zwei Entwicklungsgespräche pro Jahr. Als Orientierung kann der Geburtstag des Kindes dienen. Dass das Kind wieder ein Jahr älter geworden ist, ist ein guter Anlass, über die aktuelle Entwicklung des Kindes zu diskutieren. Eltern sind es gewohnt, dass Erzieherinnen über das Kind im Kiga-Alltag sprechen. Entwicklungsgespräche sind eine gute Gelegenheit, die Eltern dazu anzuregen, ihre eigenen Beobachtungen aus dem Familienalltag einzubringen. Dadurch entsteht ein wirklicher Austausch über die Entwicklung des Kindes, was einen Vergleich der unterschiedlichen Wahrnehmungen in Alltagssituationen ermöglicht. Die individuelle Beobachtung Ihres Kindes hilft auch Ihnen. Sie schafft die Grundlage dafür, dass Eltern und Erzieherinnen gemeinsam überlegen können, wie die besten Entwicklungsbedingungen für das Kind gestaltet werden können. Entwicklungsgespräche sollten sich auf das Wohl des Kindes konzentrieren. Außerdem bekommen die Eltern bei dem Entwicklungsgespräch Informationen über die verschiedenen Beratungsstellen (Logopädie, Ergotherapie usw.).

4.3 Elternabende

4.3 Elternabende

In unserem Kindergarten führen wir mindestens zwei Elternabende durch. Die Eltern bekommen die wichtigsten Informationen über die Funktion und die Regeln des Kindergartens: Bring- und Abholzeiten, Mittagsruhe, Termine und Tätigkeiten. Wir führen über sehr viele Themen Diskussionen und lernen uns gegenseitig kennen. Am ersten Elternabend findet unsere Elternbeiratswahl statt. Während des ganzen Jahres haben Eltern die Möglichkeit, Informationen zu bekommen, die auf unserer Elterninformationstafel angeschlagen sind.  

Elternbeirat: Der Elternbeirat vertritt sowohl die Interessen der Eltern als auch der Einrichtung. Er arbeitet eng mit dem pädagogischen Personal zusammen und vermittelt bei Bedarf zwischen den verschiedenen Parteien. Der Elternbeirat wird jährlich gewählt und besteht aus drei ordentlichen Mitgliedern und drei stellvertretenden Mitgliedern. Der Elternbeirat unterstützt die Einrichtung bei Festen und Veranstaltungen. Er bekommt Einblick in die Belange der Einrichtung und hat Mitsprache bei aktuellen Themen und Entscheidungen.