2.1 Unser Bild vom Kind

Kinder beginnen schon vom ersten Moment in dieser Welt mit ihr in Austausch zu treten. Sie sind nicht nur passive Teilhaber an den Geschehnissen, sondern aktive Teilnehmer. Sie werden bei uns anerkannt als aktive Mitgestalter der eigenen Entwicklung und Bildung. Jedes Kind besitzt eine einzigartige Persönlichkeit mit verschiedenen Anlagen, Stärken und einem individuellen Temperament. Diese Stärken sind Grundlagen für Fähigkeiten und Fertigkeiten, die das Kind ein Leben lang begleiten. Die Fach- und Ergänzungskräfte des Griechischen Kindergartens motivieren die Kinder und bringen ihre individuellen Talente zum Leuchten.
Jedes Kind wird akzeptiert und wir bemühen uns, dass sich der „Übergang“ ins soziale Leben reibungslos und mit Gefühlen der Liebe und Geborgenheit vollzieht. Nur auf Grundlage solcher Beziehungen kann das Kind lernen und seinen Charakter frei entfalten. Wir begleiten es auf dem Weg zur Selbstständigkeit und geben ihm die Möglichkeit, sich selbst zu beweisen, indem es Probleme und Aufgaben aus eigener Kraft löst.
Unsere Aufgabe ist, dem Kind zu helfen, zu sich selbst, aber auch zu seiner Rolle innerhalb der Gruppe zu finden. Das Kind hat vielleicht eine kleine Stimme, sie wird jedoch gehört und respektiert.
Die einzelnen Rechte jedes Kindes halten wir für sehr wichtig, sie sind die Grundlagen für unsere pädagogische Arbeit. Persönlichkeit, Begabung und geistig-körperliche Fähigkeiten der Kinder voll zur Entfaltung zu bringen, ist unser oberstes Ziel.
Jedes Kind hat das Recht:
  • Auf bestmögliche Bildung von Anfang an,
  • so akzeptiert zu werden, wie es ist und wie es lebt,
  • auf aufrichtige, aktive und positive Zuwendung und Wärme,
  • in seinem individuellen Tempo zu lernen,
  • eigene Stärken, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln,
  • auf Bestätigung, Lob und Anerkennung,
  • auf Wahrnehmung seiner Bedürfnisse und Wünsche,
  • sein Spiel- und Bewegungsbedürfnis auszuleben,
  • auf Wahrung seiner Grenzen,
  • sich zurückzuziehen und Ruhe zu suchen,
  • seine Spielpartner selbst auszusuchen,
  • beide geschlechtsspezifischen Rollen kennen zu lernen,
  • in seiner Kultur akzeptiert und respektiert zu werden.
Demokratie existiert auch in kleinen Kreisen und wird angewendet.

2.2 Basiskompetenzen

"Unsere grundlegende Annahme davon wer und was Kinder sind, ist verkehrt. Kinder müssen nicht erst durch massive Einwirkung und Manipulation durch Erwachsene zu sozialen Wesen erzogen werden, sondern sie sind Menschen gleicher Würde von Anfang an." (Jesper Juul 2003)
Der bayerische Bildungs- und Erziehungsplan fokussiert auf die Basiskompetenzen des Kindes. Demnach wird die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit durch die Stärkung der Basiskompetenzen erzielt. Die Erzieherinnen des Griechischen Kindergartens bemühen sich um eine Lernumgebung, die dem Kind Wohlbefinden, Sicherheit, Motivation und Unterstützung bietet. Während des Aufenthalts in unserer Tageseinrichtung bringen wir den Kindern bei, mit sich selbst im Reinen zu sein, ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln und sich als gleichberechtigtes Mitglied einer Gruppe zu fühlen.
Wir geben den Kindern viele Möglichkeiten, ihre Autonomie zu entfalten indem wir ihnen Aufgaben stellen, die sie selbstständig lösen müssen. Nebenbei richten wir unser Augenmerk auf das kreative Denken der Kinder und andere kognitive Kompetenzen, wie das Gedächtnis.
 Informiert werden sie auch über Hygieneprinzipien, die Beschaffenheit von Lebensmitteln und gesundheitliche Zusammenhänge, generell über ausgewogene Ernährung.
Bewegungsmöglichkeiten und Übungen der Grob- und Feinmotorik haben die Kinder bei uns reichlich. Im Griechischen Kindergarten richten wir uns nach dem individuellen Schlafbedürfnis der Kinder. Wir bringen ihnen auch bei, wie wichtig nach körperlich oder geistig anstrengender Tätigkeit die Entspannung ist  – z.B. mit stiller Beschäftigung während der Mittagszeit.
Der Aufbau von Beziehungen wird im Griechischen Kindergarten groß geschrieben. Wir sorgen dafür, dass jedes neue Kind Kontakte knüpft und sich der Gruppe anschließt. Das Kind lernt auf diese Weise, sich selber Spielgefährten zu suchen und sich mit diesen dann zu verständigen. Die Kinder werden aufgefordert, Konflikte selber zu lösen, natürlich unter dem wachsamen Auge der pädagogischen Fachkräfte. Es werden viele Kommunikationsmöglichkeiten geboten wie z.B. der Stuhlkreis, Bilderbuchbetrachtung und Besprechen von Experimenten.
Kooperation spielt auch eine wichtige Rolle. Unser Kindergarten organisiert zahlreiche Feiern und Aktivitäten bei denen die Vorbereitungen durch die Zusammenarbeit von Kindern und Pädagogen spielend gelingen.
Unsere Kindertageseinrichtung orientiert ihre pädagogische Arbeit an christlichen Werten und anderen verfassungskonformen Vorstellungen. Gemeinsame Ausflüge, Feiern und Besprechen von Themen gehören dazu. Unvoreingenommenheit ist sehr wichtig und wird beherzigt in unserer multikulturellen Gesellschaft. Die Kinder lernen etwas Anderes (Neues) mit Interesse und Respekt zu betrachten. Schwächere werden unterstützt, so wie es in der Gesellschaft sein muss.
Im Griechischen Kindergarten legen wir großen Wert darauf, dass wir der Natur und allen Lebewesen gegenüber, Respekt und Sensibilität zeigen und mit den Ressourcen der Erde sparsam und sorgsam umgehen.
Wir bereiten die Kinder auf eine demokratische Gesellschaft vor, indem wir die verschiedenen Aspekte der Demokratie in unseren täglichen Ablauf einbringen. Die Meinung der Kinder wird beherzigt und vor allem gehört.
Es ist bewiesen, dass Kinder durch eigene Erfahrungen lernen. Deswegen führen wir kleine technische Experimente durch und unternehmen Ausflüge in verschiedene Museen. Wir geben den Kindern die Möglichkeit, durch Selbstwirken Erfahrungen zu sammeln, Wissen zu erlangen und alles mit einander zu verknüpfen.
Schließlich versuchen wir, den Kindern eine gesunde Entwicklung zu bieten indem wir ihnen positives Denken, eine optimistische Lebenseinstellung und ein aktives Bewältigungs-verhalten beibringen. Dies geschieht in einem ihre Kräfte fördernden Umfeld.
konzept 2.2

Abb. 6 Spielplatz vis à vis in den Isaranlagen über die Mariannenbrücke

2.3 Unser pädagogischer Ansatz

Die Reformpädagogin und Ärztin Maria Montessori (1870-1952) betrachtete das Kind als ein sich "entwickelndes Leben". Auf Montessoris Ansatz ist unsere pädagogische Arbeit ausgerichtet. Wir wissen, dass das Kind seine Umwelt mit allen Sinnen wahrnimmt, wozu auch Erfahrungen, Erwartungen, Gefühle gehören und vieles andere mehr. Um den kindlichen Wahrnehmungsprozess zu fördern, bemühen wir uns, dafür die besten Voraussetzungen zu schaffen.
Mit allen Sinnen spielen ist meistens auch sinnvolles Spielen, es heißt, "sich in die Welt zu begeben" und sich mit ihr auseinanderzusetzen. Kinder müssen die Gelegenheit haben, etwas Greifbares und Reales zu erleben in unserer modernen Zeit des Fernsehens und der "virtuellen Welt".  
So beruht unsere pädagogische Arbeit auf den Grundlagen einer ganzheitlichen Erziehung. Wir möchten Ihren Kindern die Möglichkeit geben, die Umwelt mit allen Sinnen zu erfahren und zu "be-greifen". In der ganzheitlichen Erziehung werden Bewegung, Sprache und natürliches Sozialverhalten gleichermaßen gefördert. Der zentrale Punkt für die kleinen Kinder ist ihr Bedürfnis, in einer bestimmten Weise auf die Erwachsenen zuzugehen.
Der Griechische Kindergarten ermöglicht den Kindern durch den Bewegungsraum ihre körperlichen Grenzen zu erfahren. Musik – vor allem Gesang – und Bewegung, das heißt Rollenspiel und Tanz, Zeichnen, Malen und Gestalten; Förderung aller Sinne durch Naturbeobachtung und Pflege, Erforschen und Experimentieren und die so genannten "Projekte" – dies alles ist fester Bestandteil unseres Erziehungskonzeptes. Selbsterfahrung durch Tätigkeit und Kooperation mit anderen Kindern spielen dabei eine zentrale Rolle.
In der Sprachförderung wirkt der Griechische Kindergarten als Vorbild. Wir sind ein zweisprachiger (deutsch und griechisch) Kindergarten, in dem die Integration und der kulturelle Austausch Teil des Alltags ist. Durch altersgerechte Ansprache, Erklärungen, Singspiele etc. fördern wir die sprachliche Entwicklung.
Um den Kindern Sicherheit und Vertrauen zu geben, sind Regeln und Rituale ein wichtiger Bestandteil unseres Tagesablaufes. Der Tag ist fest strukturiert: Mahlzeiten, Spiel- und Ruhephasen haben einen festen zeitlichen Rhythmus. Die Spielphase ist durch pädagogische Angebote in Kleingruppen und das freie Spiel geprägt. So erhalten die Kinder vielfältige Möglichkeiten zur Entfaltung, z.B. die freie Auswahl von Spielmaterial aber auch nach Bedarf Rückzugsmöglichkeiten.

2.4 Mitwirkung der Kinder (Partizipation)

Partizipation meint die Beteiligung der Kinder an der Gestaltung ihrer Lebensumwelt oder einfach gesprochen: die Kinder-Mitbestimmung, Mitwirkung. Im §8 SGB VIII/ Kinder- und Jugendhilfegesetz heißt es: "Kinder und Jugendliche sind entsprechend ihrem Entwicklungsstand an allen sie betreffenden Entscheidungen der öffentlichen Jugendhilfe zu beteiligen." Dies gilt auch für Kindertageseinrichtungen.  
Partizipation hat keine Altersbegrenzung. Kinder können schon sehr früh bei Angelegenheiten, die sie betreffen, mitentscheiden. Partizipation ist fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit und erfordert eine bestimmte Einstellung von unseren Erzieherinnen: Wir sehen Kinder als kompetente kleine Menschen an, die in der Lage sind, ihren Alltag eigenständig zu gestalten. Wir trauen ihnen etwas zu, nehmen sie ernst und respektieren sie enorm.
An vielen Entscheidungsprozessen im alltäglichen Zusammenleben sind die Kinder aktiv beteiligt. Sie wählen ihre Spielpartner selbst, sie wählen Ort und Dauer des Spiels und sie gestalten den Tagesablauf mit. Auf diese Weise lernen die Kinder soziales Verhalten und "sich zuständig zu fühlen für die eigenen Belange und die der Gemeinschaft, und die Kompetenz, sich konstruktiv streiten zu können, also eigene Interessen vertreten, sich in andere hineinversetzen und es aushalten zu können, wenn man sich nicht durchsetzen kann." (Rüdiger Hansen, 2003, Aus: Ministerium für Justiz, Frauen, Jugend und Familie des Landes Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Kinderstube der Demokratie. Partizipation in Kindertagesstätten.)
Partizipation basiert auf Demokratie deren drei Grundwerte Freiheit, Gleichberechtigung und Solidarität sind. Im Kindergarten geht es um Demokratie als Lebensweise. "Kinderbeteiligung in Tageseinrichtungen führt Kinder ein in die Regeln der Demokratie und ist eine wichtige Gelegenheit für frühe politische Bildung" (Bayerischer Bildungs- u. Erziehungsplan). Partizipation findet ihre Grenzen dort, wo das körperliche oder seelische Wohl des Kindes gefährdet wird. Das sind unsere partizipativen Elemente im Alltag:
  • Offener Dialog mit den Kindern, um die Bedürfnisse, die Interessen, die Konflikte und die vorhandenen Kompetenzen zu erfahren und zu unterstützen.
  • Alltagsgespräche: aus Gesprächen erfahren wir, was die Kinder als Problem empfinden und stresst und können so an ihren Konflikten arbeiten.
  • Stuhlkreis: Da haben die Kinder die Gelegenheit, Erlebnisse zu erzählen, Gefühle auszudrücken, Entscheidungen über die Planung der Aktivitäten usw.
  • Kinderbefragung über ein bestimmtes Thema (z.B. Ausflug, Projekt)
  • Wunsch- und Meckerkasten. Kinder können ihre Wünsche und Anregungen, Beschwerden und Beanstandungen oder auch Fragen in Bildern, Zeichnung oder Symbolen zum Ausdruck bringen und diese "Botschaften" an das pädagogische Personal, sodann in einen auf kindgerechter Höhe angebrachten Kasten werfen (B.B.P).
  • Übernahme von Patenschaften für neue Kinder. Kinder brauchen viel Gelegenheit sich zuständig zu fühlen. Die Mitverantwortung für kleinere, neue Kinder ist die beste Methode, das zu üben und gleichzeitig in das Rollenspiel "Mama - Papa" zu schlüpfen.
  • Dienstleistungen für die Gruppe. Aufsichtsmannschaft (Aufräumen). Geschichtenerzähler (gelegentlich) usw.

Der dänische Familientherapeut Jesper Juul empfiehlt Erwachsenen, sich im Umgang mit Kindern immer wieder zu fragen, wie sie ihrer besten erwachsenen Freundin oder ihrem besten erwachsenen Freund in einer vergleichbaren Situation begegnen würden. Partizipation verlangt eine gleichwertige, eine symmetrische Kommunikation, einen echten "Dialog" zwischen Erwachsenen und Kindern.

konzept 2.42

Abb. 7 Aus unserem "Fest der Sinne" (hier Geschmackssinn)

2.5 Die Bedeutung des Spiels

Alles will das Kind kennen lernen und verstehen. Das geht am besten durch ganzheitliches Wahrnehmen und Lernen mit allen Sinnen, durch Ausprobieren und Begreifen. Die Aktivitäten, die wir Spiel nennen, sind eine weitere Art, sich seine Umwelt anzueignen. Daher ist das Spiel der Kinder für uns keine sinnloser Zeitvertreib, sondern die wichtigste Lern- und Lebensform der Kinder. Ferner ist das Spiel in hohem Maße sinnvoll und reich an Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten. Aus diesem Grund fördern wir das freie Spiel in verschiedenen Formen.
Freies Spiel bedeutet, dass die Kinder selbst bestimmen, frei entscheiden, wann sie mit wem, was, wo, womit und wie lange spielen.
Kinder können aber müssen natürlich nicht bis zur körperlichen Erschöpfung spielen. Auf diese Weise werden alle Entwicklungsbereiche gefördert:
  1. Emotionaler Bereich: z.B. Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl, Selbstständigkeit, Ausdauer, Frustrationstoleranz, Konzentrationsfähigkeit.
  2. Sozialer Bereich: z.B. Gruppen- , Kontakt-  und Konfliktverhalten, Regelbewusstsein, Kooperationsbereitschaft.
  3. Motorischer Bereich: z.B. Feinmotorik (Greifen, Malen, Schneiden, Bauen usw.), Grobmotorik (Körperbeherrschung, Koordination, Balance, Stehen, Laufen, Hüpfen).
  4. Sprachlicher Bereich: z.B. Sprachverständnis, Wortschatz, Grammatik, Ausdruck.
  5. Kognitiver Bereich: z.B. Zusammenhänge verstehen, Farben, Formen, Zahlen, Neugier auf Neues wecken.
Spielen ist die "Arbeit des Kindes". Eine Arbeit, in die es sich jeden Tag neu mit Begeisterung begibt. Spielen schult die Sinne: Das Riechen, das Schmecken, das Tasten, das Sehen und das Hören.
Spielen regt zum Nachdenken an.
Für das spätere schulische Leben lernen Kinder durch das Spiel:
  • im Team zu arbeiten
  • mit Anderen zu sprechen und sich verständlich zu machen
  • gemeinsam Probleme zu lösen
  • Kreativität und Fantasie zu entwickeln
  • Gerechtigkeitssinn zu erlernen

2.6 Beobachtung und Dokumentation der individuellen Lernprozesse der Kinder

Neben der Beobachtung gehören Dokumentation und Intervention zu den wichtigen Aufgaben der pädagogisch Handelnden im pädagogischen Prozess.
In den meisten Bildungs- und Orientierungsplänen der Bundesländer für den Elementarbereich wird die Beobachtung als eine Kernaufgabe der Erzieherin genannt. Der Bayerische Bildungsplan sieht die Beobachtung als eine von vier Schlüsselpositionen für Bildungs- und Erziehungsqualität an.
Beobachtende Wahrnehmung ist eine durch regelmäßige, gezielte Beobachtung von Kindern vertiefte Aufmerksamkeit für das, was Kinder tun, erleben, denken. Sie ist vornehmlich auf die Möglichkeiten der Kinder gerichtet und außerdem auf die individuelle Vielfalt von Handlungen, Vorstellungen, Ideen, Werken und Problemlösungen.
Bei der Arbeit mit Kindern drückt sich in der Beobachtung zudem die Haltung der Erzieherin gegenüber den Kindern aus: Die Erzieherin lässt sich auf das ein, was die Kinder bewegt und beschäftigt. Für den pädagogischen Alltag stehen nicht die von ihr geplanten und vorbereiteten Themen und Angebote im Vordergrund. Nicht sie sind das Zentrum der pädagogischen Arbeit sondern das Kind. Die Ideen, Verhaltensweisen, Konflikte, Interessen des Kindes werden durch die Beobachtung und die damit verbundene pädagogische Haltung in den Mittelpunkt gestellt.
Neben dieser Grundhaltung soll die Beobachtung beim Kind vor allem Zweierlei ermöglichen:
  1. Sicherstellung des Wohlbefindens
  2. Unterstützung bei der Kompetenzentwicklung
Beobachtungen sind also eine entscheidende Grundlage, um den Auftrag einer Kindertageseinrichtung zu erfüllen.
Beobachtung und Dokumentation stehen in einem engen Zusammenhang. Bei der Dokumentation handelt es sich genauso wie bei der Beobachtung um Wertschätzung und Würdigung. Die Dokumentation geht über die Beobachtung hinaus und verfolgt noch weitere Ziele. Sie ermöglicht es, das Alltägliche zu erfassen, den pädagogischen Alltag zu überblicken und die dort ablaufenden wichtigen Prozesse zu beachten.
Die Dokumentation steht nicht neben den ablaufenden Prozessen, sondern wirkt auf sie zurück, weil sie zu einer Reflexion über das Geschehen führt. Indem die Erzieherin dokumentiert, kommuniziert sie auch über das Geschehene, wählt aus, setzt Schwerpunkte und kommentiert.
Die wesentlichen Ziele der Dokumentation sind:
  • Wertschätzung der Arbeit der Kinder
  • Fokussierung von Prozessen
  • Wahrnehmung des Alltäglichen
  • Anlass zur Reflexion geben
Für die Eltern bieten die Dokumentationen die Möglichkeit, besser zu verstehen, was im Kindergarten geschieht und welche Themen für das eigene Kind gerade aktuell sind. Dokumentationen können ein fundierter Beleg für die Qualität der dort geleisteten Arbeit sein und so das sonst oft wenig Greifbare sichtbar machen.
Eine Reihe von Verfahren zur Beobachtung und Dokumentation sind dem Ziel verpflichtet, den Entwicklungs- und Bildungsstand von Kindern systematisch zu erheben.
In unserer Einrichtung benutzen wir für die Aufzeichnung von Beobachtungen folgende Dokumentationsverfahren:
  • SISMIK*
  • SELDAK**
  • PERIK***
  • Grenzsteine der Entwicklung****
*SISMIS: Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkinder im Kindergarten. Ziel: Feststellung des Sprachverhaltens und der Motivation von Kindern, sich mit Sprache zu befassen und über Sprache in Austausch zu treten.
**SELDAK: Sprachentwicklung und Literatur bei deutsch aufwachsenden Kindern. In diesem Beobachtungsbogen geht es um Sprache und Literatur (kindliche Erfahrungen, Interessen und Kompetenzen rund um Buch-, Erzähl-, Reim- und Schriftkultur). Erfahrungen im Bereich Literatur sind für die Sprachentwicklung sehr wichtig. Die Beobachtung ist oft an sprachrelevante Situationen gebunden; damit wird der Bezug zur pädagogischen Arbeit sehr konkret.
***Perik: Positive Entwicklung und Resilienz im Kindergartenalltag. Ziel: In diesem Beobachtungsbogen geht es um sechs sozial- emotionale Basiskompetenzen:
  • Kontaktfähigkeit
  • Selbststeuerung/Rücksichtnahme
  • Selbstbehauptung
  • Stressregulierung
  • Aufgabenorientierung
  • Explorationsfreude

****Grenzsteine der Entwicklung. Ziel: Erfassung von Entwicklungsbeeinträchtigungen von Kindern in den Bereichen Motorik, Sprachentwicklung, Kognition sowie soziale und emotionale Kompetenz.

konzept 2.46Abb. 8 Weihnachtsgebäck dekorieren

konzept 2.6                                        Abb. 9"Kinderreich" im Deutschen Museum

2.7 Methoden unserer pädagogischen Arbeit

Unsere Ziele erreichen wir durch verschiedene Methoden:

1.Rituale als Orientierung                          2.Autonomie erleben
  Morgenkreis                                            Brotzeit- Mittagessen
  Mittagstätigkeiten                                    Freispielzeit
  Geburtstagsfeier                                      Spielplatzangebot

3.Spezielle Angebote                               4.Projekte
  pädagogische                                          Themenbezogene Projekte in der Gruppe
  Lern- und Entwicklungsangebote                Gruppenübergreifende Projekte
  kreatives Gestalten                                   Kaufladen, Werkstatt
  Bewegungs- und Entspannungsangebot      Experimentieren mit versch. Materialien
  Turnen, Tanzen, Schwimmen            
  Spaziergänge, Exkursionen
  Backen
  Pflanzen einpflanzen und pflegen

5.Traditionen
  Feste
  Ausflüge
  Museumsbesuche
 

Zu 1. Rituale als Orientierung:

Kinder brauchen und lieben Rituale. Die Regelmäßigkeit der Dinge und Handlungen schafft Geborgenheit und führt zu mehr Selbstvertrauen. Die Kinder bekommen Mut zum Mitmachen, denn das, was von ihnen erwartet wird, ist bekannt. Rituale vermitteln den Kindern Sicherheit, geben Orientierung, strukturieren den Tagesablauf oder auch den Jahresverlauf.

Beispiel: Der Morgenkreis

Nachdem alle Kinder im Kindergarten eingetroffen sind, treffen wir uns zum Morgenkreis. Ein Kreis gibt dem Kind das Gefühl des Aufgenommenwerdens und der Verbundenheit.

Wir begrüßen uns im Morgenkreis, wir aktualisieren unseren Kalender, schauen wer da ist bzw. wer fehlt und wir zählen durch. Im Morgenkreis tauschen wir Informationen und Erfahrungen, wir besprechen unser Thema, wir planen entsprechende Aktivitäten. Zum Schluss singen wir zur Jahreszeit oder zum Anlass passende Lieder und vergnügen uns mit Singspielen. Der Stuhlkreis endet und die Kinder teilen sich in die verschiedenen offenen Spielbereiche ein oder bekommen pädagogische Angebote.

Zu 2. Autonomie erleben:
Am besten erlebt das Kind das Selbstwirken während des Freispiels.

Beispiel: Das Freispiel

Nach dem Morgenkreis verteilen sich die Kinder auf verschiedenen Spielecken (Bau-Ecke, Puppenecke, Puzzle- und Brettspielecke). Dabei entscheiden sie sich selbstständig für das Spielmaterial, den Spielort, den/die Spielkamerad/in. Das geschieht unter der wachsamen Beobachtung der Erzieherinnen. Das Freispiel ist die beste Methode für das Kind, seine Fähigkeiten zu entdecken und zu festigen, Erkenntnisse zu gewinnen, Rollen zu erproben und Wertvorstellungen zu verinnerlichen. Im Freispiel geht die Initiative vom Kind aus und nicht vom Erwachsenen. Sie lernen den sozialen Umgang miteinander, stellen eigene Regeln auf, lösen Konflikte selbst und können in unterschiedliche Rollen schlüpfen. Die Rollenspiele fördern die Sprachentwicklung und die Kommunikationsfähigkeit.

Zu 3. Spezielle Angebote:

Wir fördern die Entfaltung der gesamten Persönlichkeit des Kindes indem unsere pädagogische Arbeit auf einer ganzheitlichen Erziehung basiert. Zu dem Zweck bieten wir in unserer Einrichtung verschiedene Angebote an wie Gespräche, Stuhlkreise, Bilderbücher, Basteleien, Kochen, Turnen, Spaziergänge, Schwimmen und vieles mehr.

Beispiel: Exkursion an die Isar "Tanzen können auch die Steine"

Die Exkursion umfasst: Naturerfahrung, Bilderbuchbetrachtung, stille Übung und Mathematik.

Das machen wir: Das lernen wir:
Wir sammeln mit den Kindern Kieselsteine Sinnvolles Umgehen.
Wir werden Aufmerksam auf
Farben, Formen, Gewicht
und Strukturen der Steine.
Wir wählen bewusst aus.
Wir reinigen die Steine gemeinsam Gruppenerlebnis. Wie fühlen sich die
Steine an? Sinneserfahrung.
Wir sortieren die Steine nach Größe - Gewicht Mathematik
Wir sammeln unsere Steine in einer
"Schatzkiste". Sie sind frei zugänglich für alle.
Betrachtung. Teamarbeit und Teamgeist.

Zu 4. Projekte

Wie im Arbeitsleben auch, nehmen an Projekten Fünf bis Sechs Kinder, eine ganze Gruppe oder der gesamte Kindergarten teil. Ein Projekt hat in der Regel eine bestimmte Zielsetzung und ein Thema, wozu in einem bestimmten Zeitraum verschiedene Beschäftigungen ausgeführt werden. Diese Beschäftigungen eines Projekts können Bastelarbeiten, Ausflüge, Geschichten, Lieder, Kreisspiele und vieles mehr sein. Der Kreativität der Erzieherinnen und Fantasie der Kinder sind kaum Grenzen gesetzt. Die einzelnen Schritte eines Projekts werden schriftlich festgehalten, um sie zu dokumentieren. Ein Hauptziel ist es, Kinder in Situationen zu bringen, die sie sonst nicht erleben. Die einzelnen Teile eines Projektes bauen aufeinander auf. Kinder sollen die Möglichkeit erhalten, Erfahrungen zu sammeln, ihr Langzeitgedächtnis zu trainieren und spannende Experimente zu durchführen. Ein Projekt sollte alle Sinne des Kindes ansprechen, Spannung erzeugen und die Kinder neugierig auf den nächsten Schritt machen. Auf diese Weise nehmen Kinder viele Erfahrungen mit, die ihnen in allen Lebenssituationen weiterhelfen.

Beispiel: Jahresprojekt "Alle Kinder dieser Welt". Mit diesem Projekt decken wir viele wichtige Bereiche unserer erzieherischen Arbeit ab.

Gespräche Griechische Nationalfeiertage, St. Martin, Ostern,Fasching

Besuch im Völkerkundemuseum

Wir lernen andere Kulturen kennen. - Welche Unterschiede,Ähnlichkeiten gibt es unter den Menschen?

Hörspiele Welche Sprachen werden auf unserer Welt gesprochen? Welche in unserem Kindergarten (Sprachbildung)? Welche Bildung erhalten die Kinder in den verschiedenen  Ländern?
Weltbetrachtung Wie leben Kinder in anderen Ländern?     
Wir besprechen die Rechte der Kinder (Werte und Orientierungskompetenz).
Wir erforschen den Globus und sehen uns Weltkarte und Bücher an.
Kirchenbesuch Wie werden verschieden Feste wie Weihnachten in anderen Ländern gefeiert? Welche Religionen gibt es (Religion)?
Feiern Griechische Nationalfeiertage, St. Martin, Ostern, Fasching.
Kochen verschiedener Speisen Was essen dort die Leute? Gibt es genügend zu trinken und zu essen für die Kinder der Erde (Umwelt - Natur - Gesundheit - Solidarität)
Besuch zum d. Museum Was für Musik gibt es? Welche Instrumente? Wir basteln und spielen verschiedene Instrumente.
Besuch in der Pinakothek Was heißt Kunst in den verschiedenen Ländern und wie unterscheidet sie sich?
Theater Wir spielen Julies Einschlafgeschichte nach.
Kaufladen neu gestalten Wir befassen uns mit dem Geld (verschiedene Währungen).
Wir basteln Spielgeld, kaufen damit in     unserem Kaufladen ein (Mathematik).

Zu 5. Traditionen

Traditionen sind die Überlieferungen von Kulturbesitz auf nachfolgende Generationen.    Auch im Griechischen Kindergarten werden verschiedene Traditionen weiter getragen.   Dazu gehören verschiedene Feste wie z.B. St. Martin, Weihnachten, Nationalfeiertage, Fasching, Muttertag und das jährliche Sommerfest im Rumfordschlössl des Englischen Gartens, finanziell unterstützt vom Ausländerbeirat der Stadt München. Besonders das Weihnachtsfest wird in unserer Einrichtung gefeiert. Alljährlich wiederholen sich die Dinge: Biblische Geschichten werden erzählt, der Adventskranz wird geschmückt, täglich kommen wir näher an Christi Geburt durch das Öffnen der Türchen am Adventskalender;  Weihnachtsgebäck wird gebacken, die Kinder lernen verschiedene Gedichte und Lieder und sie spielen ein Theaterstück aus der Weihnachtsgeschichte.

Der Höhepunkt ist eine gemeinsame Weihnachtsfeier mit den Eltern, um das Beisammensein zu fördern. 

konzept 2.7  konzept 2.7

Abb. 10 Oktoberfest im Essraum des Kigas                                             Abb. 11 Weihnachtsfeier