1.0 Vorwort

Mit diesem Kindergartenkonzept beschreiben wir die verschiedenen Bereiche der Arbeit in unserem zweisprachigen Kindergarten. Die Bereiche sind im Inhaltsver¬zeichnis einzeln aufgeführt und können gezielt nachgeschlagen werden. Das Konzept soll sowohl als Basis unserer pädagogischen Arbeit, als auch als Informations- und Gesprächsgrundlage für Eltern und andere Interessierte dienen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, gibt diese Broschüre die Grundlagen und Umsetzungen des Lebens, der Arbeit und des Lernens im Griechischen Kindergarten wieder. Sie wird entsprechend den sich ändernden Umständen und Anforderungen laufend aktualisiert.
Die Familie ist und bleibt der wichtigste Träger und Gestalter erzieherischer Aufgaben für Kinder. Die Eltern und ihre Bekannten und  Freunde, die die Kinder lieben, mit ihnen lachen und sich Zeit zum Spielen und Toben nehmen, sind durch keine Institution zu ersetzen. Die Tagesbetreuung von Kindern wirkt unterstützend und ergänzend zur elterlichen Erziehung in den Familien. Das Familienbild hat sich im Lauf der Jahre geändert. Dadurch entstehen Alleinerziehenden und zahl¬reichen Ehepaaren, bei denen beide Elternteile berufstätig sind, neue Herausforderungen. All dies wird in unserem Kindergartenkonzept berücksichtigt und findet seinen Niederschlag in der Aufgabenstellung des Griechischen Kindergartens.
Unser Kindergarten möchte die Erziehungs- und Bildungsarbeit der Familie unterstützen, ergänzen und fortführen.
Wir wollen den individuellen Bedürfnissen und Interessen der Kinder dienen, den Kontakt zu Gleichaltrigen erleichtern und die Kinder in der Entwicklung ihrer Gesamtpersönlichkeit stützen und fördern. Den Kindern werden Erfahrungs-, Lern- und Freiräume eröffnet, ihnen werden Regeln im Umgang miteinander und mit Dritten vermittelt. Auf diese Weise erwerben sie Kenntnisse und Erfahrungen im kindgerechten Gestalten und Musizieren sowie im fachgerechten Umgang mit angebotenen Materialien.

München, im September 2011

Dr. Ulrich Daum                                                                      Ioanna Pournara-Kotsowili
     Präsident                                                                                  Kindergartenleitung

1.1 Träger der Einrichtung

Träger des Kindergartens an der Steinsdorfstraße 10 in 80538 München ist die „Griechische Erziehungsgesellschaft König Otto von Griechenland" e.V. Die am 20. Mai 2011 neu gewählten Gremiums-Mitglieder der Erziehungs¬gesellschaft haben sich wie folgt zur Körperschaft gefestigt:
Geschäftsführender Vorstand nach § 26 BGB:
Konstantin Kotsowilis, M.A., geschäftsführender Vorsitzer
Dr. Anita Eichholz, Beratung
Dipl.-phil. Sotiria-Markiani Kotsowili, Schriftführerin
Weitere Vorstandschaftsmitqlieder:
Dr. jur. Ulrich Daum, Präsident
Ernst Freiherr von Amelunxen, Erster Vizepräsident
Dr. med. Markus Graf von Armansperg, Zweiter Vizepräsident
Prof. Dr. jur. Armin Steinkamm, Studienberater
Rechtsanwalt Moritz Wessel, Rechtsberater
Rechtsanwalt Manfred Wessel, Wirtschaftsberater

Ehrenpräsident: S.K.H. Prinz Max Emanuel von Bayern Herzog in Bayern
Seit Gründung des Trägers befinden sich die Geschäftsstelle mit dem Archiv und das Schulsekretariat in der Jakob-Klar-Str. 9, 80796 München. Tel. 089-2711534, Fax 089-2716385, Mobil 0171-6104844, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


trägerPräsidium und geschäftsführender Vorstand während der Gremiums-Versammlung am 20. Mai 2011 im Griechischen Kindergarten. V.l.n.r.: Graf v. Armansperg, Freiherr v. Amelunxen, Dr. jur. Daum und Mag.Kotsowilis

Abb. 1

träger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 V.l.n.r.: Unser damaliger Präsident Prof. Dr. Hans Rall; Ministerialrat Hans Heid;  unser Ehrenpräsident Max Emanuel Prinz von Bayern, Herzog in Bayern; Architekt Hans Nestler und der geschäftsführende Vorstand Mag. Konstantin Kotsowilis. Empfang in den Torggelstuben am Platzl neben dem Hofbräuhaus  München aus Anlass des 10-jährigen Jubiläums  der griechischen "König-Otto"-Schulen, 1975.

Abb. 2

1.2 Die Entstehung des Kindergartens

Die Kindertageseinrichtung eröffnete im September 1971, zunächst als provisorische Gruppe in den Räumen eines Studentenheimes der Inneren Mission an der Landwehrstraße 81.
Im April 1973 fand der Umzug in die Steinsdorfstraße 10 statt als auch das Griechische Generalkonsulat andere Räumlichkeiten bezog. Die kirchliche Einweihung wurde vom Gemeindepfarrer der Salvatorkirche in Anwesenheit eines orthodoxen Metropoliten vollzogen.
Die zuständige Kindergartenaufsichtsbehörde sprach gemäß Art. 28 Abs. 2 BayKiG in Verbindung mit § 1 Abs. 2 Ziff. 2 1 DVBayKiG mit Wirkung zum 1. September 1980 und Bescheid vom 27. November 1980 die endgültige Anerkennung als "Griechische Erziehungsgesellschaft e.V." aus.
Hervorzuheben sind in der Steinsdorfstraße 10 die hohen Räume und großen Fenster, die den Kindern jederzeit den Ausblick auf die gegenüberliegende Isaranlage ermöglichen.
Wir sind eine zweigruppige Einrichtung mit Verständigungssprache Deutsch in der Gruppe I und mit Verständigungssprache Griechisch in der Gruppe II, die Kindern aller Nationalitäten von 2,5 bis 6 Jahren Platz bietet.
eingangstor griechischer kindergarten  Abb. 3 Eingangstor zum Kindergarten

1.3 Lage und Einzugsbereich

Der Griechische Kindergarten befindet sich im Stadtteil Lehel, was den Kindern und deren Familien vielfältige Freizeitmöglichkeiten eröffnet.  Die angrenzenden Isaranlagen mit zahlreichen Spielplätzen sind leicht zugänglich. Jeden Mittwoch gehen die älteren Kinder unter Aufsicht in das nahe Müller'sche Volksbad und bekommen Schwimmunterricht von unserer Sportlehrerin. Der Marienplatz und die Altstadt sind gut zu Fuß erreichbar. In unserer näheren Umgebung befinden sich das Deutsche Museum, das Völkerkunde-Museum, das Nationalmuseum, die Archäologische Sammlung und das Kulturzentrum Gasteig mit Kinderkino und Kinderbücherei. Für kleinere Ausflüge wird der Fußweg zur Isaranlage in Richtung Englischer Garten benutzt. Nur größere Unternehmungen, wie zum Tierpark Hellabrunn, zum Flughafen „Franz Josef Strauß", zum Botanischen Garten oder an den Starnbergersee bewältigen wir per Bus oder mit der S-Bahn (Haltestelle Isartorplatz). Im Einzugsbereich unseres Kindergartens befinden sich städtische sowie nichtstädtische Kinderkrippen, Kindergärten, Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien, ebenso diverse Einkaufsmöglichkeiten. Aufgrund dieser  Gegebenheiten ist das Lehel als Stadtteil sehr beliebt. Die Kinder kommen zu uns aus allen Stadtbezirken Münchens, aber auch aus umliegenden Gemeinden wie Taufkirchen, Grasbrunn, Germering, Feldkirchen, Icking und Vaterstetten. Meistens sind die Eltern voll berufstätig, aber es gibt auch viele allein erziehende Mütter.

lage griechischer kindergartenAbb. 4 Leiterin Joanna mit ihren Schützlingen. Im Hintergrund St. Lukaskirche

1.4 Erreichbarkeit

Wir sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, und zwar mit allen S-Bahnen der Stammstrecke bis zur Haltestelle Isartor, sowie mit der Tram Linie 17 Richtung Effnerplatz, Haltestelle Mariannenplatz, und mit der Tram Linie 18 Richtung Effnerplatz, Haltestelle Isartor.

1.5 Das Kindergarten-Team

Wir sind ein harmonisches Team, flexibel und offen für neue Ideen. Die Kinder sollen sich bei uns wohl fühlen und einen liebevollen aber auch Grenzen setzenden Umgang erfahren.

Jedes Team-Mitglied bringt sich mit seinen Fähigkeiten aktiv und kreativ ein. Das Jahr hindurch begleiten uns Praktikanten aus verschiedenen Schularten, wie  z. B. aus der Berufsfachschule für Kinderpflege, und es gibt Schnupperwochen mit Praktikanten aus den Gymnasien und Hauptschulen.

Die Mitglieder des Kindergartenteams besuchen regelmäßig Fortbildungen, um sich für ihre pädagogische Arbeit Bildungsinhalte auf dem neuesten Stand anzueignen.     (s. Kap. 7 Maßnahmen zur Qualitätssicherung, S. 45)

griechischer kindergartenAbb. 5 Das Foto zeigt unser Kiga-Team 2010 mit dem geschäftsführenden Vorstand.

Deutsche Gruppe I                                                            Griechische Gruppe II

Joanna Pournara-Kotsowili                                                      Alexandra Papanikolaou

Eleni Andreopoulou                                                               Maria Mistakidou

Vassiliki Bellou                                                                       Kyriaki Zyganitidou

Elena Christidou                                                                    Vassila Papageorgiou

Praktikantin Irini Sarli arbeitete in beiden Gruppen und erteilte den Englischunterricht gratis und für alle Kinder in Anwesenheit der jeweiligen Gruppenleiterin.

1.6 Anmeldeverfahren

Zu Beginn des Kalenderjahres findet im Griechischen Kindergarten eine Informations- und Anmeldeveranstaltung für alle interessierten Eltern statt.
Hier erfahren Sie Allgemeines über unsere Einrichtung und bekommen Einblick in unsere pädagogische Arbeit. Unsere Räumlichkeiten sind zu besichtigen und Sie erhalten die Anmeldeformulare (Formulare für den Betreuungsvertrag mit Buchungsbeleg und Benutzungsordnung), die Sie gleich bei uns oder später zuhause ausfüllen können.
Die Kinder werden nur für das folgende Kindergartenjahr angemeldet. Der Griechische Kindergarten führt keine Voranmeldungs- bzw. Wartelisten. Eine Aufnahme während des Jahres ist nur möglich, wenn wir kurzfristig einen freien    Platz bekommen.
Als Aufnahmekriterium gilt in der Regel das Alter des Kindes zu Beginn des Kindergartenjahres, d.h. ältere Kinder werden vorrangig aufgenommen.  
Es  werden  auch Kinder unter 3 Jahren aufgenommen, jedoch nur 3 Kinder pro Gruppe, insgesamt 6 Kinder pro Jahr.        
Wir behalten uns jedoch vor, dass 50 % Griechen bei uns einen Platz bekommen, da bei der Gründung 1971 nur an griechische Kinder gedacht wurde. Inzwischen kommen zu uns Kinder aus Deutschland und Ländern aller Kontinente. Im Kindergartenjahr 2010/11 stammten sie z.B. aus Bulgarien, China, Frankreich, Georgien, Indien, Irak, Italien, Korea, Kroatien, Marokko, Palästina, Polen, Rumänien, Russland, Schweiz, Serbien, Spanien, Ukraine, USA und Zypern.
Alle Kinder müssen auf ein Leben in einer heterogenen Gesellschaft vorbereitet werden. Es ist ein gemeinsames Bemühen um friedliches Zusammenleben, das von Akzeptanz und Respekt geprägt sein soll. Schon im Morgenkreis werden die Kinder in ihren Sprachen begrüßt. Oft werden Lieder oder Singspiele in verschiedenen Sprachen gesungen. Märchen und Geschichten aus anderen Ländern gehören zu unserem Alltag. Alle Kinder werden bei ihrem ungezwungenen und einfühlsamen Umgang untereinander unterstützt. Aufgrund des Prinzips der Gleichheit und der Anerkennung werden alle Kinder, auch ihre Eltern, unabhängig ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer Sprache, oder ihrer religiösen oder kulturellen Orientierung gleichwertig behandelt.

1.7 Betreuungszeiten – Ferienzeiten

Das Kindergartenjahr beginnt immer am 1. September und endet mit dem 31. August des darauf folgenden Jahres. Unser Kindergarten ist geöffnet von Montag bis Freitag 7.00 bis 17.00 Uhr. Das neue Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz hat für alle Kin¬dertageseinrichtungen in Bayern eine Reihe von Veränderungen und Neu-erungen mit sich gebracht. Eine dieser Änderungen ist das Buchungssystem, bei dem die Eltern entscheiden, für wie viele Stunden pro Tag sie ihr Kind im Kindergarten anmelden. Diese Neuerung soll u.a. bewirken, dass alle Kinder Kompetenzen erwerben, die sie für den späteren Übertritt in die Schule benötigen. Um den Lernerfolg zu sichern, werden zusammenhängende Zeiten gebraucht, in denen sich Ihr Kind diese Basiskompetenzen ungestört aneignen kann. Aus diesen Gründen gibt es feste Zeiten, in denen ein Bringen oder Holen der Kinder nicht möglich ist. Diese Zeiten sind von 9.00 - 12.30  u. von 13.00 - 14.30 Uhr. Ferienzeiten: Der Griechische Kindergarten hat, verteilt über das Kindergartenjahr, 30 Tage im Jahr geschlossen. Diese 30 Tage liegen in den Bayerischen Schulferien, weshalb wir den gesamten August über geschlossen haben. Zwischen Weihnachten und Neujahr ist ebenfalls geschlossen. An so genannten Brückentagen und zu anderen Schulferien bleibt der Kindergarten jedoch geöffnet.

1.8 Räumlichkeiten

Im Griechischen Kindergarten stehen den Kindern neben den zwei Gruppenräumen auch andere Funktionsräume zur Verfügung. Der Bewegungsraum wird in der Ruhezeit zum Schlaf- und Ruheraum umfunktioniert. Der Kreativraum ist zugleich der Vorschulraum für die Vorschulkinder.
Das Esszimmer dient auch als Ausweichraum. In der Küche haben die Kinder die Möglichkeit, Erfahrungen bei Zubereitung von Speisen (Kochen, Backen) zu sammeln. Im Bad erwerben die Kinder die Techniken der richtigen Zahn- und Mundpflege.
Den Fach- und Ergänzungskräften stehen ein Personalraum sowie ein Bad mit WC zur Verfügung.

1.9 Unser Tagesablauf

Um mit den Kindergruppen ungestört pädagogisch arbeiten zu können, ist es uns ein großes Anliegen, dass die Kinder bis spätestens 9.00 Uhr im Kindergarten sind. Zwischen 9.00 Uhr und 12.30 Uhr kann kein Kind gebracht oder abgeholt werden, ebenso wenig in der Ruhezeit zwischen 13.00 Uhr und 14.30 Uhr. Der Tagesablauf ist geprägt von stabilen, vorhersehbaren und verlässlichen Zeitabläufen, die Ihrem Kind Struktur und Sicherheit geben.
Unser Tagesablauf:
7.00 –  9.00 h    morgendliche Zeit, freies Spiel
8.30 –  9.00 h    Frühstück nach Bedarf
9.00 – 12.00 h   Kernzeit mit gruppenübergreifenden pädagogischen Angeboten
12.00 h    Mittagessen 12.30 – 13.00 Uhr     Abholmöglichkeit
13.00 – 14.30 h   Mittagsruhe für die 3- und 4-jährigen Kinder, gleichzeitig findet die Vorschule für die 5-jährigen Kinder statt.
15.00 h    Möglichkeit zur Brotzeit
ab 15.30 bis 17.00 h     Bei guter Witterung spielen die Kinder auf dem Spielplatz Mariannenplatz, an der Südseite der nahen Lukaskirche, bei schlechter Witterung gibt es Beschäftigung in den Kindergartenräumen.
15.00 – 17.00 h    Abholzeit

Die vereinbarten Abholzeiten bedeuten, dass Ihr Kind zu dieser Zeit abgeholt sein muss, d.h. Sie müssen pünktlich im Kindergarten sein, um Ihr Kind anzuziehen und gegebenenfalls Wichtiges mit der Erzieherin zu besprechen. Sollten Sie Ihr Kind nicht rechtzeitig bringen oder abholen können, ist es unbedingt notwendig, den Kindergarten davon in Kenntnis zu setzen.

1.10 Gesetzliche Grundlagen und Gebührenregelung

Unser Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag und unsere anderen Aufträge beruhen auf §§ 22 ff Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII) und auf dem Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) mit der dazu ergangenen Ausführungsverordnung (AV – BayKiBiG).
Bei der pädagogischen Umsetzung orientieren wir uns am Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung (BEP).
Als Träger des Kindergartens (Betriebsnummer 88119860) hat die am 1.08.1964 gegründete Griechische Erziehungsgesellschaft (VR 6726) die Besuchs- und Verpflegungsgebühren samt Spielgeld mit Beschluss vom 1. Sept. 2010 in der Gebührenregelung aufgrund der gebuchten tatsächlichen Nutzung der Kindergarten-einrichtung beschlossen.
gesetzliche grundlagen